Die Entstehung:

Der heutige Begriff Perle stammt vermutlich vom lat. "pirula": Birnchen.

Perlen bilden sich in zahlreichen Muscheln (Mollusken), in Schnecken (Gastropoden) und Kopfffüssler wie Tintenfischen (Cephalopoden).

Viele dieser Perlen entsprechen allerdings nicht dem Idealbild eine Perle. Sie gleichen oft einem Sandkorn, sind aus dem gleichen Material wie die Muschelschale meist weiß-grau, porzellanartig und ohne den Schimmer von Perlmutt.

Schöne Perlen findet man hauptsächlich in den Arten der Muschelgattung "Pinctada", sie gehören in die Familie der "Pteriidae", (aktuelle Bezeichnung "Aviculiden"), Süßwasserperlen dagegen in der Flußmuschel Margaritifera  (Familie Unionacea).

Perlen entstehen als Reaktion des Weichtieres gegenüber einem Fremdkörpers, der in das Innere des Mantels oder zwischen Muschelschale und Mantel eingedrungen ist. Die äußere Haut des Mantels, das Epithel, die normalerweise das Perlmutt der Muschelschale aufbaut, umschließt sofort alle Fremdkörper in diesem Bereich und kapselt sie durch Perlmutt ab. Genauer gesagt, ein eingedrungener Fremdkörper z.B. ein Sandkorn, zieht äußeres Epithelgewebe mit, dieses bildet durch Zellteilung einen sog. Perlsack, der den Eindringling umschließt. Hier entsteht nun durch die Immunitätsabwehr der Auster die Perle, da um den Fremdkörper viele konzentrischschalige Hüllen aus Conchin und Calciumkarbonat gebildet werden.

Aus neueren Forschungen ist bekannt, daß das Epithel das wichtigste Element zur Perlbildung ist und nicht der Fremdkörper, sodaß die Auster auch ohne Fremdkörper eine Perle erzeugen kann, z. B. durch Krankheit oder Verletzung von außen.
Perlauster mit Zuchtperle
Die Anordnung der Organe einer Perlauster
Entstehung einer Zuchtperle im Epitelgewebe


Verbleibt der Fremdkörper zwischen Perle und Muschelinnenseite, bildet sich dort eine Perle, welche an der Muschelinnenseite festgewachsen ist, man spricht von Blister oder Blisterperle.

Chemismus: Die Perle besteht aus Perlmutter,
das aus 91,6 % Calciumkarbonat (Aragonit, Calcit)
4 % Conchin (organische Hornsubstanz)
4 % Wasser (H2O)
0,4 % andere Substanzen wie Mangan.
Die Mohs Härte beträgt 3-4,5 jedoch ist eine Perle sehr widerstandsfähig und elastisch, ( eine zu Boden fallende Perle springt unbeschädigt hoch. )
Dichte: 2.65 -2,78

Glanz:
Der typische Perlglanz, auch Lüster genannt, beruht auf der speziellen Anordnung (Backsteinmuster) der Aragonitplättchen, diese führen dazu, daß die Reflexions-, Beugungs- und Interferenzerscheinungen des Lichts noch ausgeprägter als beim Perlmutt auftreten und der Perle zum Lüster verhelfen.

Beschichtung: in der Regel 0,5 - 1,2 mm dick. Unter 0,25 mm sind die Perlen dünn beschichtet und der Perlmuttkern kann durchscheinen und glänzen.




Letzte Aktualisierung  17.01.13
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